Personalentwicklung

In den Bereich der Personalentwicklung fallen sämtliche Maßnahmen, die darauf ausgelegt sind, die berufliche Qualifikation der Belegschaft auf dem benötigten Leistungsstand zu halten, sie zur Ausübung anspruchsvollerer Tätigkeiten oder zur Wahrnehmung weiterführender Aufgabenbereiche zu qualifizieren oder eine bereits vorhandene Qualifikation den durch wirtschaftliche, technische und organisatorische Entwicklungen bedingten Veränderungen der Anforderungen anzupassen. Demnach greift die Personalentwicklung dort ein, wo die Mitarbeiter nicht über die erforderliche Qualifikation verfügen. Neben der weiterbildenden Qualifikation kann auch die Erstausbildung im Rahmen einer dualen Berufsausbildung zur Personalentwicklung gezählt werden.

Die verschiedenen Maßnahmen der Personalentwicklung sind ganzheitlich wie folgt als Qualifizierungsmaßnahmen kategorisierbar:

  • berufsvorbereitend (duale Berufsausbildung, Hochschulausbildung, Praktikum, Trainee-Ausbildung oder das Anlernen von Tätigkeiten)
  • berufsverändernd (Umschulung, Rehabilitation)
  • berufsbegleitend (Vermittlung von Anpassungs-, Aufstiegs- oder Ergänzungsqualifikationen, Coaching).

dreamstime_xs_12482751Zunächst ist es notwendig, den Qualifizierungsbedarf aus Sicht des Unternehmens und auch aus Sicht der Mitarbeiter zu ermitteln, wobei immer der Betriebsrat nach dem Konsensprinzip involviert sein sollte. Nur auf diese Weise entstehen die für alle Qualifikationsmaßnahmen erforderlichen Motivationen. Auch lassen sich dadurch die nicht selten auftretenden Ängste bei den Beteiligten abbauen. Jede Qualifikationsmaßnahme tangiert außerdem die qualitative Personalplanung. Hierbei besitzt der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht gemäß § 92 BetrVG.

Wurde ein Personalentwicklungsbedarf festgestellt, muss ein Personalentwicklungsplan ausgearbeitet werden. Dieser enthält die Ziele der Personalentwicklung, die Inhalte, den Teilnehmerkreis, die Terminierung, die Maßnahmen der Qualifikation und die Finanzierung. Daran anschließend folgt das Entwerfen kollektiver, individueller und standardisierter Personalentwicklungspläne. Während es sich bei den kollektiven Plänen sowohl um spezielle als auch um generelle auf einen bestimmten Zweck Bezug nehmende Entwicklungsziele des Unternehmens handelt, geht es bei den individuellen Plänen um die Personalentwicklungsplanung bezogen auf einzelne Mitarbeiter.

Bestehen bei mehreren Beschäftigten, die für ähnliche Maßnahmen vorgesehen sind, vergleichbare Interessen und Voraussetzungen, ist es rationeller, anstelle der individuellen Pläne sogenannte Standardpersonalentwicklungspläne auszuarbeiten. Bei der Umsetzung der Personalentwicklung ist dann zu bedenken, ob diese von externen Weiterbildungsinstituten, einzelnen Teamern/Beratern oder mit eigenem Personal realisiert werden soll. Auch eine Entscheidung über die Qualifizierungsmethoden ist erforderlich. Zur Auswahl stehen hier die Einzel- oder Gruppenbildung sowie Training on the Job (die Qualifizierung am Arbeitsplatz) oder Training off the Job (die Qualifizierung außerhalb des Arbeitsplatzes). Abschließend sollte eine Kontrolle der Personalentwicklungsmaßnahmen erfolgen. Dazu gehört grundsätzlich eine Kostenkontrolle, bei der sämtliche Kosten der Qualifizierungsmaßnahme ermittelt werden. Im Einzelnen sind dies:

  • das Arbeitsentgelt für die weggefallene Arbeitszeit (ggf. ein Arbeitsentgelt für Ersatzkräfte oder von anderen Betriebsangehörigen geleistete Mehrarbeit)
  • Kosten für die An- und Abreise
  • Unterkunft, Verpflegung, Räume
  • Arbeitsunterlagen
  • Honorare für externe Referenten
  • Teilnahmegebühren für externe Veranstaltungen (bei unternehmenseigenen Referenten deren Arbeitsausfallzeit)
  • die Kosten der Personalabteilung sowie der jeweiligen, für die Feststellung des Personalentwicklungsbedarfs zuständigen Fachabteilung
  • Kosten für Planung und Umsetzung der Qualifizierungsmaßnahmen.

Die auf diese Weise ermittelten Planungskosten werden verursachungsgerecht den jeweiligen Kostenstellen zugerechnet.

Die Personalentwicklung hat zum Ziel, die Erhaltung und Verbesserung des personalen Leistungspotentials einer Unternehmung zur Abdeckung der an die daran beteiligten Mitarbeiter gestellten jetzigen und zukünftigen Leistungsanforderungen zu sichern und in Einklang damit den individuellen Karriere- und Entwicklungszielen gerecht zu werden. Aus- bzw. Weiterbildungsmaßnahmen und betriebliche Aufstiegsplanung sollen dabei helfen, das Leistungsverhalten (Leistungsbereitschaft und -fähigkeit) der Belegschaft zu entwickeln. Die Aus- und Weiterbildung bezieht sich hierbei sowohl auf personale als auch auf sachliche Entwicklungsinhalte, welche durch Methoden am Arbeitsplatz, aber auch außerhalb dessen vermittelt werden.

Die Aufstiegsplanung hat den beruflichen Werdegang zum Thema. Sie zeigt geeigneten Mitarbeitern eine konkrete stellen- und zeitbezogene Aufstiegsfolge auf. Damit dient die Personalentwicklung nicht nur der ökonomischen, sondern auch der sozialen Effizienz. Die Unternehmung kann durch Anpassung des mitarbeiterbezogenen Leistungspotentials und die daraus resultierende Flexibilität den ihr obliegenden Anforderungen besser gerecht werden. Außerdem ermöglicht die Personalentwicklung auf Seiten der Mitarbeiter die Befriedigung der Bedürfnisse nach Selbstverwirklichung und Wertschätzung.

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