Begriff und Einordnung

Was ist Personalmanagement?

Der Begriff Personalmanagement bezeichnet die Summe aller mitarbeiterbezogenen Gestaltungsmaßnahmen, die der Verwirklichung strategischer Unternehmensziele dienen.

Personalmanagement ist zum einen der Funktionsbereich in Verwaltungs- und Wirtschaftsorganisationen, dessen Bestimmung es ist, das im Leistungsprozess benötigte Personal bereitzustellen, seinen Einsatz zu ermöglichen und zugleich für eine möglichst hohe Leistungswirksamkeit und eine möglichst hohe Zufriedenheit unter den Mitarbeitern Sorge zu tragen. Zum anderen ist es eine wissenschaftliche Disziplin, deren Erkenntnisgegenstand die Erklärung sowie die Gestaltung des Leistungsverhaltens der in Verwaltungs- und Wirtschaftsorganisationen angestellten Mitarbeiter sind.

Zu den Aufgaben des Personalmanagements gehört es u. a.:

  • die Arbeitsbedingungen der vorhandenen Leistungsfähigkeit und den individuellen Bedürfnissen des Personals so weit als möglich anzupassen, sofern dem nicht mittels entsprechender Personaleinsatzentscheidungen Rechnung getragen werden kann;
  • Maßnahmen zu ergreifen, die der Erhaltung und Weiterentwicklung der Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie der Erhöhung ihrer Leistungsbereitschaft dienen;
  • Mitarbeiter mit Personalverantwortung bei der Realisierung ihrer Führungsaufgaben zu unterstützen;
  • die aus gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen resultierenden Maßnahmen, beispielsweise der Entlohnung oder der Personalbetreuung, sowie damit zusammenhängende Verwaltungsmaßnahmen durchzuführen;
  • das Fundament für eine vorausschauende Personalplanung sowie Kontroll- und Steuerungsgrößen für die jeweilige Personalpolitik zu erarbeiten;
  • inner- und außerpersönliche Bestimmungsgrößen des menschlichen Leistungsverhaltens zu ermitteln, deren Zusammenwirken zu analysieren und sie zu erklären;
  • Handlungsempfehlungen zu geben, die dabei helfen, die Bestimmungsgrößen der Arbeitssituation sowie des Leistungsverhaltens systematisch zu gestalten.

Das betriebliche Personalmanagement beinhaltet demnach nicht nur die alleinige Personalverwaltung (u. a. Vertragswesen, Abrechnungen), sondern auch die Personalentwicklung (u. a. Personalbeschaffung, Förderung und Qualifikation der Mitarbeiter, Entwicklung von Führungselementen) und die Personalorganisation (u. a. Gliederung der Arbeitsaufgaben und Abteilungen).

dreamstime_xs_18760390Diese Erweiterung der Obliegenheiten des Personalmanagements resultiert aus einer sich wandelnden Perspektive auf die Mitarbeiter. In traditioneller Sichtweise ging es beim Personalwesen insbesondere um eine möglichst optimale Anpassung des Faktors Arbeit an die rechtlichen, organisatorischen, technologischen und marktlichen Rahmenbedingungen. Daraus wird die damalige, am Produktionsfaktoreinsatz ausgerichtete Sicht auf die Mitarbeiter erkennbar, vergleichbar mit dem bestmöglichen Einsatz des Kapitals, der Maschinen und Gebäude, Roh- und Betriebsstoffe. Für personalpolitische Aufgaben zeichnete eine Stabsabteilung „Personalwesen“ verantwortlich.

Ab Mitte der 1980er Jahre veränderte sich dieser Blickwinkel, woraus sich eine andere Begrifflichkeit ergab. Zunehmend wurden die Termini Personaladministration oder Personalwesen durch den Ausdruck Personalmanagement ersetzt. Eine ähnliche Entwicklung ist im angelsächsischen Sprachraum zu finden, wo statt vom „Personnel Managment“ jetzt vom „Human Resource Management“ die Rede ist. Häufig werden diese Bezeichnungen synonym verwendet.

Im Gegensatz zur derivativen, isolierten Hilfsfunktion „Personaladministration“ gilt das Personalmanagement, wie auch die Planung, die Organisation und das Controlling, als gleichwertige strategische Führungsaufgabe innerhalb des Unternehmens. Dieser höhere Stellenwert wird der erfolgskritischen Relevanz des Personals (Humankapital) für den Unternehmenserfolg gerecht.

Die veränderte Betrachtungsweise vom ausschließlichen Verwalter zur bedeutsamen strategischen Einheit betrifft alle Wirtschaftsbereiche, hauptsächlich jedoch dienstleistungsorientierte und beratungsintensive Geschäftsfelder wie die Versicherungsbranche.

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